„Da (...) die Anlagestrategie jedoch die Grundlage der Anlageberatung bildet, ist deren Beschreibung (...) nach dem objektiven Empfängerhorizont auszulegen. Ihr kommt also die Bedeutung zu, die ihr ein potentieller Anleger nach Treu und Glauben unter Berücksichtigung der Verkehrssitte und der Umstände, die ihm bekannt oder zumindest erkennbar sind, beimisst."

zum Thema Bankenhaftung bei Anlageberatung:
Auslegung der von der Bank verwendeten Risikostrategiebegriffe; Anforderungen an die anlegergerechte Beratung; Verpflichtung bei Empfehlung eines Portfolios zur anschließenden eigenverantwortlichen Verwaltung des Kunden.

OLG Stuttgart Urteil vom 18. Dezember 2013, 9 U 52/13

„Vielmehr muss die beratende Bank dem Kunden in verständlicher und nicht verharmlosender Weise insbesondere klar vor Augen führen, dass das für ihn nach oben nicht begrenzte Verlustrisiko nicht nur ein ‚theoretisches' ist, sondern abhängig von der Entwicklung des ‚Spreads' real und ruinös sein kann."

BGH-Urteil XI ZR 33_10 vom 22. März 2011, Urteil CMS Spread Ladder Swaps

„Die Lesertelefone sind besetzt: Mo–Do: 9.00–16.00 Uhr, Fr: 9.00–14.00 Uhr“
Da weiß man wenigestens genau, wann man nicht anrufen sollte.

Leserservice einer Finanzzeitschrift

„Aus einem Gespräch mit einem hochrangigen Vertreter einer europäischen Zentralbank kann ich Ihnen berichten, dass er darüber klagte, dass sie sich eigentlich vorgenommen hatten, ein Finanzprodukt nur noch dann zu genehmigen, wenn es wenigstens eines der Vorstandsmitglieder wirklich verstand. Diesen Grundsatz konnten sie aber nicht durchhalten, denn sie mussten stets befürchten, dass es dann von den Briten oder den Deutschen genehmigt werden würde. Also haben sie die Augen zugedrückt und die Genehmigung erteilt.“

Zitat Professor Dr. Dr. h.c. Hans-Werner Sinn auf dem 3. Finanzplatztag in Frankfurt am Main am 3. März 2010

Zitate aus Unterlagen für Finanzprodukte:

„Der Marktpreis des Bonus-Zertifikats hängt vorwiegend von der Kursentwicklung der Aktie ab. Der Anleger sollte jedoch berücksichtigen, dass die Kursentwicklung des Bonus-Zertifikats in der Regel von der Kursentwicklung der Aktie abweichen wird.“

Deutscher Derivate Verband

„Die Richtlinie über die Besteuerung von Zinserträgen gilt für Zinserträge im Sinne der Definition in der Richtlinie über die Besteuerung von Zinserträgen, wenn diese Zinserträge – als Grundregel – von einer Einzelperson vereinnahmt werden, die in der EU ansässig und Inhaber eines Bankkontos in einem anderen Land ist, das der Umsetzung der Richtlinie über die Besteuerung von Zinserträgen zugestimmt hat.“

aus einem vereinfachten Verkaufsprospekt für einen Investmentfonds

„Alle hierin enthaltenen Bewertungen, Stellungnahmen oder Erklärungen sind diejenigen des Verfassers des Dokuments und stimmen nicht notwendigerweise mit denen der Emittentin oder dritter Parteien überein."

aus einer Produktinformation für ein Zertifikat, herausgegeben von der Emittentin

Hier eine Kostprobe aus dem angelsächsischen Sprachraum:

Unter der Überschrift „Meaning of ‚solicited‘ and ‚unsolicited‘ real time qualifying credit promotions" findet sich folgende Erläuterung:

1) An unsolicited real time qualifying credit promotion is a real time qualifying credit promotion which is not a solicited real time qualifying credit promotion.

Financial Services Authority for consultation paper (CP98) on mortgage regulation, Juni 2001

Haben Sie auch Beispiele für „verständliche" Informationen?
Dann schreiben Sie uns doch einfach an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

„Unverständlichkeit ist noch lange kein Beweis für tiefe Gedanken.“

Marcel Reich-Ranicki